Wien, 9. Juni 2026 — Invisible-Light Labs, ein Spin-off der TU Wien, das Infrarot-Analysetechnologie für nanoskalige Materialien entwickelt, hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,5 Mio. Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von XISTA Science Ventures und dem aws Gründungsfonds angeführt; Fund F beteiligte sich ebenfalls. Mit der Finanzierung soll die internationale Kommerzialisierung des Flagship-Produkts EMILIE™ beschleunigt und die Entwicklung neuer Produkte für Umweltmonitoring, pharmazeutische Analysen und Nanotechnologie-Anwendungen unterstützt werden.
Nanomaterialien wie Aerosole, Nanoplastik und Nanopharmazeutika gewinnen in den Bereichen Umweltgesundheit, Verbrauchersicherheit, moderner Therapeutika und Halbleiter zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig reichen herkömmliche Analyseverfahren häufig nicht aus, um solche Materialien in relevanter Größenordnung und innerhalb kurzer Messzeiten chemisch zu charakterisieren. Invisible-Light Labs will diese Lücke mit einer neuen Generation hochsensitiver und benutzerfreundlicher Geräte schließen.
Gegründet von Univ.-Prof. Dr. Silvan Schmid, Dr. Josiane P. Lafleur, Dr. Niklas Luhmann und Dr. Hajrudin Bešić kombiniert Invisible-Light Labs nanoelektromechanische Sensortechnologie mit Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie (FTIR), um chemische Analysen von Nanomaterialien und von Materialien, die nur in extrem kleinen Mengen verfügbar sind, in Branchen von der Pharmaindustrie bis zum Umweltmonitoring zu ermöglichen.
Im Jahr 2022 erhielt Invisible-Light Labs vom European Innovation Council einen EIC-Transition-Grant in Höhe von 2,22 Mio. Euro für das Projekt NEMILIES, um die NEMS-Technologie vom Labor in den Markt zu überführen. EMILIE™ wurde 2024 kommerziell eingeführt und vom Fachmagazin The Analytical Scientist zur #1 Innovation of 2024 gekürt. 2025 ging Invisible-Light Labs eine strategische Partnerschaft mit Bruker Optics ein, um die globale Verfügbarkeit des gemeinsam gebrandeten EMILIE™-Systems auszubauen.
Im April 2026 zeigten zwei peer-reviewed Publikationen die Leistungsfähigkeit der Technologie. In ACS Nano (Timarac-Popović et al. 2026) wurde über die chemische Identifikation von Nanoplastik im Pikogramm-Bereich berichtet sowie der Analyse von Nanoplastik, das aus einem einzelnen Nylon-Teebeutel freigesetzt wurde. Science Advances (Surdu et al. 2026) zeigte, dass die Plattform die chemische Zusammensetzung submikrometergroßer atmosphärischer Aerosole quantifizieren kann, mit Nachweisgrenzen die etwa 1.000-mal niedriger sind als bei herkömmlichen Methoden.
„EMILIE™ verbindet die hohe Sensitivität nanomechanischer Sensorik mit der breiten Verfügbarkeit von Infrarot-Spektrometern. Die Finanzierung wird es uns ermöglichen, diese neue Fähigkeit mehr Anwender*innen zugänglich zu machen – von Forschenden, die neue nanopartikelbasierte Medikamente und Nanomaterialien entwickeln, bis hin zu Atmosphärenwissenschaftler*innen, die an den Polen der Erde arbeiten.“
— Dr. Josiane P. Lafleur, CEO und Mitgründerin, Invisible-Light Labs
„Wir waren tief beeindruckt davon, wie das Gründungsteam von ILL starke wissenschaftliche Erkenntnisse in eine außergewöhnliche Technologie und ein außergewöhnliches Produkt überführt hat, das nun gemeinsam mit Bruker, dem Marktführer in diesem Bereich, vermarktet wird. Dies mit begrenzten Ressourcen zu erreichen, spricht für die Fähigkeiten, den Fokus und den Einsatz des Teams. Wir freuen uns, ILL in der nächsten Phase seiner Entwicklung zu unterstützen.“
— Dr. Alexander Schwartz, Partner XISTA Science Ventures
**********
Über Invisible-Light Labs
Invisible-Light Labs GmbH ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Wien, Österreich. Das 2019 aus der TU Wien hervorgegangene Unternehmen kommerzialisiert nanoelektromechanische Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie (NEMS-FTIR), eine Messtechnologie, die die chemische Identifikation von submikrometergroßen Partikeln, Aerosolen und nur in sehr begrenzten Mengen verfügbaren Proben im Pikogramm-Bereich ermöglicht. Das Flagship-Produkt EMILIE, das gemeinsam mit Bruker Optics auch als BRKR-EMILIE vertrieben wird, ist der weltweit erste kommerziell verfügbare NEMS-FTIR-Analysator und wurde von The Analytical Scientist zur #1 Innovation of 2024 gekürt. Die Technologie wurde im Rahmen des ERC Proof-of-Concept-Grants NIRD (2019) und des EIC-Transition-Projekts NEMILIES (2022) bis zur Marktreife weiterentwickelt, mit kontinuierlicher nationaler Unterstützung durch Austria Wirtschaftsservice über die Programme aws Pre-Seed, aws SEED und aws GREEN.IP.
Weitere Informationen: www.invisible-light-labs.com
Über XISTA Science Ventures
XISTA Science Ventures (XSV) ist ein in Österreich ansässiger Venture Fonds, der in Early-Stage-Life-Science- und Deep-Tech-Startups in ganz Europa investiert. Mit einem tiefen Verständnis sowohl wissenschaftlicher als auch investorischer Perspektiven ist XSV ein aktiver Partner seiner Portfoliounternehmen und unterstützt Gründer*innen dabei, Deep-Tech-Ideen umzusetzen und Unternehmen zu skalieren. Das vielfältige Portfolio des Fonds deckt die gesamte Breite der Wissenschaft ab, darunter Biotechnologie, Medizintechnik, Materialwissenschaften und Software. XSV ist in das Innovationssystem rund um das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) eingebettet.
Weitere Informationen: www.xista.vc
Über aws Gründungsfonds
Der aws Gründungsfonds ist ein österreichischer Venture-Capital-Investor mit einem Fondsvolumen von rund EUR 140 Mio. Als Investor begleitet der aws Gründungsfonds Startups von der ersten Wachstumsphase über nachfolgende Finanzierungsrunden (Series A/B) bis hin zum Exit. Der aws Gründungsfonds versteht sich als langfristiger, stabiler Partner mit einem Hands-on-Ansatz, der den Gründungsteams aktiv als Sparringspartner zur Seite steht. Seit 2013 wurden in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Co-Investoren mehr als 600 Millionen Euro in über 45 Start-ups investiert und zahlreiche Exits realisiert.
Weitere Informationen: www.gruendungsfonds.at
Über Fund F
Fund F ist ein Early-Stage Venture-Capital-Fonds, der ambitionierte Technologie-Startups von Unternehmerinnen unterstützt. Mit Sitz in Wien und Investitionen in ganz Europa begleitet Fund F Gründer*innen von der Pre-Seed- bis zur Seed-Phase und bietet Kapital, strategische Unterstützung sowie Zugang zu einem starken internationalen Netzwerk. Der Fonds konzentriert sich auf technologiegetriebene Unternehmen, die bedeutende Herausforderungen in Branchen wie Klima und Gesundheit adressieren.
Weitere Informationen: www.fund-f.com
Photo credits @Romana Maalouf Photography
